Was ist eine Divertikelkrankheit?
Mit dem Begriff der Divertikulose wird eine Veränderung des Dickdarms in Form von kleinen Ausstülpungen der Darmwand bezeichnet. Diese Ausstülpungen werden falsche Divertikel genannt, da im Gegensatz zu den echten Divertikeln nur die Schleimhaut und nicht die ganze Darmwand ausgestülpt wird.
Die Divertikulose ist relativ weit verbreitet. Allerdings sind die meisten Betroffenen vollkommen beschwerdefrei. Häufig wird eine Divertikulose als Nebenbefund bei einer Darmuntersuchung bei älteren Menschen gefunden. Solange eine Divertikulose keine Beschwerden auslöst, ist eine Behandlung nicht notwendig. Jedoch ist eine Umstellung auf eine ballaststoffreichere Ernährung empfehlenswert.
Durch eine gestörte Dickdarmflora und damit ungünstiger Stuhlkonsistenz oder hohen Druck beim Pressen, z.B. bei chronischer Verstopfung, können sich Stuhlanteile in den Divertikeln verfangen, festsetzen und eine Entzündung auslösen. Dann spricht man von einer sogenannten Divertikelkrankheit oder auch Divertikulitis.
Was sind die typischen Symptome einer Divertikelkrankheit?
- Schmerzen im linken Unterbauch (sogenannte “Linksappendizitis”)
- Stuhlunregelmäßigkeiten meist in Form von Verstopfung oder stark wechselnder Stuhlkonsistenz
- gegebenenfalls Blut im Stuhl
- Fieber
- Entzündungszeichen bei der Laboruntersuchung
Wie behandelt man eine Divertikelkrankheit?
Zunächst kann man eine Divertikelentzündung konservativ behandeln, das heißt mittels Nahrungskarenz, Infusionen und einer Kombination aus Antibiotika und Schmerzmitteln.
Falls diese Entzündungen immer wieder auftreten und bereits Vernarbungen und / oder Engstellen bestehen, empfiehlt sich dringend eine operative Beseitigung der betroffenen Stelle. Wenn junge Patienten bereits zu einer Divertikulitis neigen, spricht das für eine genetische Disposition und die Gefahr von wiederkehrenden Entzündungen ist groß. Gleiches gilt für abwehrgeschwächte Patienten. In diesen Fällen empfiehlt sich die Operation bereits nach dem ersten Schub durchzuführen, um den oben genannten Komplikationen frühzeitig entgegenzuwirken.
Wie wird operiert?
Die Operation wird, ähnlich wie die Gallenblasenentfernung, minimalinvasiv über eine Bauchspiegelung durchgeführt (Knopflochchirurgie) und dauert bis zu 120 Minuten. Am selben Tag darf der Patient noch aufstehen und trinken, am nächsten Tag darf im Allgemeinen wieder gegessen werden. Durch eine Nervenreizung sind muskelkaterähnliche Beschwerden in der Schulter möglich. Der Patient bleibt in der Regel sechs bis neun Tage stationär in der Klinik und kann dann nach Hause entlassen werden.
Diese Operationsmethode hat für den Patienten folgende Vorteile verglichen zu einer konventionellen Operation:
- einen kürzeren stationären Aufenthalt
- nahezu unsichtbare Narben von ca. 5 mm Länge
- weniger Schmerzen und
- ein geringeres Risiko von Verwachsungsbeschwerden
Die Chirurgen in der 310Klinik waren an der Entwicklung, Einführung und Standardisierung dieser OP-Technik von Beginn an führend beteiligt.
Bei Bedarf steht Ihnen unser Chefarzt der Chirurgie, Dr. med. Tobias Stangl jeder Zeit gern zu einem persönlichen Beratungsgespräch zur Verfügung und nimmt sich die Zeit, um eine maßgeschneiderte Lösung für Sie zu finden und Ihnen jegliche Sorgen bezüglich des bevorstehenden Eingriffs zu nehmen.




