ORTHOPÄDISCHE CHIRURGIE

Kyphoplastie

Kyphoplastie
Alles Wissenswerte zum Operationsverfahren Kyphoplastie

Die Kyphoplastie als minimalinvasive operative Behandlungsmethode kommt bei Wirbelbrüchen, die ohne erkennbaren Unfallmechanismus entstanden sind zur Anwendung.

Verursacht werden diese meistens durch Knochenschwund (Osteoporose) oder durch Tumorerkrankungen.
Neuerdings ist auch eine Behandlung bei frischen Wirbelbrüchen jüngerer Menschen mit gesunden Wirbelknochen nach einem Unfall möglich.

Leitsymptome des spontanen, also nicht unfallbedingten Wirbelbruches sind:

  • Rückenschmerzen
  • Verlust der Körpergröße
  • sogenannter Witwenbuckel (Kyphose)

Daraus resultiert die Notwendigkeit einer ständigen ärztlichen Behandlung mit Schmerzmedikamenten. Trotz physikalischer Behandlungsmaßnahmen führt die Erkrankung letztens zu zunehmender Bewegungsunfähigkeit bis hin zur Bettlägerigkeit und einer notwendigen Dauerpflege. Sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung wird dadurch erheblich beeinträchtigt.

Operationsmethode: Kyphoplastie

Wir möchten Ihnen hier eine in solchen Situationen sehr hilfreiche minimal-invasive Behandlungsoption vorstellen: die Ballon-Kyphoplastie.

Die Kyphoplastie kann sowohl unter Lokalanästhesie als auch unter Vollnarkose durchgeführt werden; der Patient befindet sich hierbei in der Bauchlage und es werden Zweiebenen-Röntgengeräte eingesetzt. Der Eingriff dauert durchschnittlich 40-45 min. zur Versorgung der ersten Fraktur. Weitere Frakturen beanspruchen weniger Zeit, da die Vorbereitungsarbeiten entfallen.

Die Ballon-Kyphoplastie wird auf beiden Seiten des Wirbelkörpers mit zwei kleinen, 1 cm langen Einschnitten und zwei orthopädischen Ballons, den KyphX Inflatable Bone Tamps, die in den gebrochenen Wirbel eingeführt werden, vorgenommen.

Beide Ballons werden im zusammengebrochenen Bereich des Wirbelkörpers vorsichtig aufgedehnt, wodurch die Fraktur reduziert und die Endplatte angehoben wird.

Sobald die maximale Frakturreduktion und die Korrektur der Deformation erreicht sind, werden beide Ballons deflatiert und entfernt. Der Knochen wird dann in seiner wieder hergestellten Höhe durch KyphX HV-R Knochenzement (hochviskös und röntgendicht), der unter geringem manuellen Druck in den Hohlraum sicher appliziert wird, stabilisiert. KyphX HV-R ist speziell für Ballon-Kyphoplastie Eingriffe CE zertifiziert.

Nach der Operation erfahren die meisten Patienten eine sofortige Schmerzlinderung und rasche Mobilisierung.
Nach dem Eingriff kehren die Patienten zu ihrem behandelnden Arzt für Osteoporose zurück, damit dieser die medikamentöse Behandlung und die Rehabilitationsmaßnahmen veranlasst.

Ergebnisse der Ballon-Kyphoplastie

Mit Hilfe dieser minimalinvasiven Behandlungstechnik wird die Wiederherstellung der Wirbelhöhe, Schmerzlinderung bis Schmerzfreiheit, rasche Mobilisierung und Verbesserung der Lebensqualität erreicht.

Wiederherstellung der Wirbelhöhe durch Kyphoplastie

  • Im Durchschnitt werden 50 bis 70 % der verlorenen Wirbelhöhe wieder hergestellt.
  • Hervorragende Ergebnisse bei der Wiederherstellung der Höhe des Wirbelkörpers konnten bei Frakturen festgestellt werden, die binnen 3 Monaten nach dem Einsetzen der Schmerzen behandelt wurden.

Schmerzlinderung bis Schmerzfreiheit

  • Bei den meisten Patienten kommt es häufig bereits wenige Stunden nach dem Eingriff zu einer sofortigen Schmerzlinderung bis Schmerzfreiheit.
  • Auf Schmerzmedikamente kann oft sofort verzichtet werden, sofern keine anderen Erkrankungen weiterhin schmerzverursachend sind

Rasche Mobilisierung

  • Der stationäre Aufenthalt dauert im Durchschnitt 1 bis 2 Tage.
  • Der Eingriff kann auch ambulant durchgeführt werden, wenn der Allgemeinzustand und das häusliche Umfeld dies erlauben.
  • Sofort nach dem Eingriff ist eine vollständige Mobilisierung ohne zusätzliche Hilfsmittel wie z.B. Korsett die Regel.

Lebensqualität

  • Durch den Wegfall des Schmerzes und die freie Beweglichkeit erhöht sich die Lebensqualität schlagartig. Die Patienten können sich selbst versorgen und sind nicht von Pflegepersonal abhängig.

Epidemiologie der Wirbelkörperkompressionsbrüchen

Laut der International Osteoporosis Foundation leidet weltweit jede dritte Frau und jeder achte Mann im Alter von über 50 Jahren an Osteoporose. Diese Erkrankung des Skeletts ist charakterisiert durch verminderte Knochenstärke, wodurch der Patient einem erhöhten Frakturenrisiko ausgesetzt ist. Osteoporose gehört nach Aussage der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gleich nach den Herz- und Gefäßerkrankungen zu den größten Gesundheitsproblemen. Doch in sieben wichtigen Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, USA, Großbritannien, Spanien und Japan) wird nicht einmal die Hälfte der von Osteoporose betroffenen Frauen diagnostiziert.
Wirbelkörperkompressionsfrakturen durch Osteoporose können spontan oder nach einem geringfügigen Trauma auftreten. Der dicke Knochenteil an der Vorderseite des Wirbels in der Wirbelsäule bricht ein; dadurch kann die Wirbelsäule verkürzt werden und nach vorne fallen. Da sich das Schwerkraftzentrum nach vorne verschiebt, entsteht ein großes Krümmungsmoment. Die hinteren Muskeln und Bänder müssen diese verstärkte Krümmung ausgleichen , so dass die von Osteoporose betroffene vordere Wirbelsäule gezwungen ist, größeren Kompressionsbelastungen standzuhalten. Eine nicht behandelte Fraktur heilt in einem verformten Zustand und erhält die veränderte Biomechanik. Die Verformung der Brust- und Lendenwirbelsäule, die häufig bei älteren Patienten festzustellen ist, wird als “Kyphose” oder Witwenbuckel bezeichnet. Die Wirbelkörperkompressionsfrakturen sind die häufigsten Frakturen:

  • In der EU kommt es alle 30 Sekunden zu einem Bruch durch Osteoporose.
  • In der EU werden 40 % der Frauen mittleren Alters (8 von 20) und 15 % der Männer im mittleren Alter (3 von 20) in ihrem Leben einen oder mehrere Knochenbrüche aufgrund von Osteoporose erleiden.
  • Laut dem 2001 veröffentlichen Prüfbericht der IOF mit dem Titel “Call to action” kostet die Osteoporose die EU-Regierungen pro Jahr allein für die stationäre Behandlung 4,8 Milliarden Euro, wobei hier in den vergangenen drei Jahren ein Anstieg um 33 % festzustellen ist.
  • Viele dieser Zahlen sind wahrscheinlich zu niedrig gegriffen, da ein Großteil der Osteoporosefrakturen nicht entdeckt wird.

Bei Bedarf stehen wir Ihnen jeder Zeit gern zu einem persönlichen Beratungsgespräch zu Wirbelsäulenerkrankungen zur Verfügung und nehmen uns die Zeit, um eine maßgeschneiderte Lösung für Sie zu finden und Ihnen jegliche Sorgen bezüglich des bevorstehenden Eingriffs zu nehmen.

ORTHOPÄDISCHE CHIRURGIE

Prof. Dr. med. Sven Jonas - 310KLINIK
Prof. Dr. med. Sven Jonas
Direktor der chirurgischen Klinik

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