ALLGEMEIN- UND VISZERALCHIRURGIE / Hepato-Pankreato-Biliäre Chirurgie

Leberkrebs / HCC

Leberkrebs HCC
Alles Wissenswerte zu Leberkrebs HCC

Ein HCC (hepatozelluläres Karzinom) wird auch als Leberkrebs bezeichnet und ist weltweit einer der häufigsten Tumoren. Frühe Stadien können mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit geheilt werden. Grundsätzlich müssen für eine genauere Betrachtung der therapeutischen Möglichkeiten zwei unterschiedliche Formen des HCC unterscheiden werden:
1. HCCs, die in ansonsten gesundem, d.h. nicht-zirrhotisch verändertem Lebergewebe entstehen.
2. HCCs, die im Verlauf einer bereits bestehenden Leberzirrhose, auftreten.

Leberkrebs HCC in nicht-zirrhotischer Leber

Wir haben zur operativen Entfernung eines HCC in nicht-zirrhotischer Leber die weltweit größte Studie veröffentlicht (Chirurgische Therapie primärer maligner Lebertumoren; in: Praxis der Viszeralchirurgie; Springer-Verlag, Heidelberg 2006: S. 560) und konnten zeigen, dass auch bei sehr großen Tumorknoten (Durchmesser im Durchschnitt etwa 10 cm) durch die Operation ein langfristiges Überleben ermöglicht wurde. Dies ist insofern von besonderer Bedeutung, als eine ganze Reihe von Patienten vorher zu Unrecht davon ausgegangen war, dass das bei Ihnen diagnostizierte HCC nicht resektabel, d.h. nicht chirurgisch entfernbar, sei.
Sie können uns zur Beurteilung gerne Ihre Bilder oder Befunde zusenden und natürlich auch gerne direkt bei uns vorbeikommen. Wir setzen uns auch gerne mit Ihrem Hausarzt / behandelnden Arzt zur Befundbesprechung in Verbindung.

Leberkrebs HCC in Zirrhose

HCCs in einer zirrhotischen Leber werden aufgrund der bei Leberzirrhose in Leitlinien vorgegebenen gezielten Tumorsuche (= Screening) häufig in einem deutlich früheren Stadium entdeckt als HCCs in nicht-zirrhotischer Leber. Während ein früheres Tumorstadium die Therapie vereinfacht, werden die Behandlungsmöglichkeiten umgekehrt durch die Zirrhose eingeschränkt. Erweiterte Leberteilresektionen zum Beispiel kommen deswegen nicht mehr in Betracht, weil das Risiko einer nach der Operation unzureichenden Funktion des verbliebenen Leberanteils gegeben ist. Deutlich besser verträglich sind Leberoperationen gerade beim HCC in Zirrhose, wenn sie minimal-invasiv (= laparoskopisch, = via Schlüsselloch-Chirurgie) vorgenommen werden. Wir gehören zu den wenigen Zentren in Deutschland, in denen diese Methode auch bei formalen Resektionen zur Anwendung kommt. Wir haben unsere besondere Erfahrung an einem der auf diesem Gebiet weltweit führenden Zentren, der Universität Paris-Sud, erworben bzw. erweitert.
Wenn bei Ihnen ein sehr frühes HCC in Zirrhose vorliegt, d.h. ein Tumorknoten von 2-3 cm Durchmesser, dann kann u.U. die Zerstörung des HCC innerhalb der Leber (durch thermische Verfahren, v.a. durch die sog. RFA oder Radiofrequenzablation) anstelle der nach Studienlage grundsätzlich vorzuziehenden vollständigen operativen Entfernung des HCC sinnvoll sein. Hier handelt es sich um individuelle Therapieempfehlungen, die wir gemeinsam, d.h. interdisziplinär mit unseren internistischen und radiologischen Kollegen treffen.
Besteht bei Ihnen eine fortgeschrittenere Leberzirrhose und ein nicht zu sehr ausgedehntes HCC gilt die Lebertransplantation als geeignetes Therapieverfahren, weil neben dem HCC auch die Leberzirrhose geheilt wird. Hier muss aber angemerkt werden, dass das Risiko, im ersten Jahr nach einer Lebertransplantation an Komplikationen zu versterben, für Patienten mit der Diagnose HCC je nach Schweregrad der Leberzirrhose 18-33 % beträgt (Weismüller TJ et al.: Multicentric evaluation of MELD-based allocation and survival after liver transplantation in Germany. Transpl Int 2011; 24: 91-99). Wir kooperieren mit Transplantationszentren, die sich auf die Behandlung des HCC spezialisiert haben.

Bei Bedarf stehen wir Ihnen jeder Zeit gern zu einem persönlichen Beratungsgespräch zu Leberkrebs oder Lebermetastasen zur Verfügung und nehmen uns die Zeit, um eine maßgeschneiderte Lösung für Sie zu finden und Ihnen jegliche Sorgen bezüglich des bevorstehenden Eingriffs zu nehmen.

ALLGEMEIN- UND VISZERALCHIRURGIE

Prof. Dr. med. Sven Jonas
Direktor der chirurgischen Klinik

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Tel.: 0911 580 68 – 0
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